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Noch heute ist es beeindruckend mitten in der Arena des 132 x 105 m messenden Amphitheaters von Pula zu stehen und den Blick über die steinernen Sitzreihen und die drei übereinandergetürmten Arkaden schweifen zu lassen. Ein wenig Phantasie gehört allerdings schon dazu um sich das Tosen und Grölen der 20 000 Zuschauer vorzustellen. die sich hier einstmals zusammendrängten.
Im Gegensatz zum gebildeten Griechenland gehörte das Spiel um den Tod zu den Attraktionen des römischen Kulturlebens. Die Römer, die sich hier um 130 v. Chr. ansiedelten, machten aus Pola das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes im Mittelalter. Als die Zeiten der Spiele vorüber waren nutzte man die Arena als bequemen Steinbruch. Daß sie überhaupt noch in Pula steht und nicht, wie geplant, seit dem 16. Jh. in der Lagunenstadt Venedig, ist ohnehin nur dem Engagement Gabriele Emos, eines venezianischen Senators, zu verdanken. Heute ist das weithin sichtbare Oval am nördlichen Rand der Altstadt die größte Attraktion unter den nicht wenigen römischen Hinterlassenschaften Pulas und im Sommer eine stimmungsvolle Kulisse für Konzerte und Theateraufführungen.
Das 60 000 Einwohner zählende Pula ist nichts für schwache Nerven. Spätestens auf der Suche nach einem Parkplatz wird das jedem Besucher klar. Noch dazu, wenn er die Strände und Ferienzentren des südwestlich gelegenen Pomer, Medulin oder der Halbinsel Premantura nur zu einem Halbtages-Ausflug verlassen hat. Nicht nur unter der Woche, auch an den ruhigeren Wochenenden gilt also die Devise: Am besten im Umfeld der Arena parken und den Altstadtbummel im kleinen, überschaubaren Zentrum zu Fuß unternehmen.
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Von der Arena Richtung Süden - am Hafen entlang - gelangt man automatisch zum Dom, einer dreischiffigen, vielüberbauten Basilika. Die stimmungsvollste Ecke der Stadt, der Platz der Republik (Trg republike), liegt nur wenige Schritte von ihr entfernt. Mit seinem sechssäuligen Augustustempel und den ins Rathaus-Ensemble integrierten Resten eines Dianatempels gehört das ehemalige römische Forum zu den schönsten Fotomotiven der Stadt. Der Triumphbogen der Sergier am Ende der schmalen Ulica Prvog Maja und das zierliche Zwillingstor Porta Gemina beim Archäologischen Museum komplettieren die wichtigsten römischen Hinterlassenschaften der Stadt.
Das Herz Pulas war von jeher der in einer natürlichen Bucht liegende Hafen. Er begünstigte schon unter den Römern die Entwicklung der Stadt entscheidend. Zu Pulas zweiter großer Blüte kam es allerdings erst, als die Habsburger im 19. Jh. hier ihren Kriegshafen errichteten.
Noch heute gibt es im nördlichen Teil der Bucht ausgedehnte Werftanlagen, die 11 Riesenschiffe produzieren können, in den vergangenen Jahren allerdings noch unter den wirtschaftlichen Folgen des Serbien-Krieges zu leiden hatten. Ruhig ging es im heutigen wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Istriens nie zu. Venedig und Österreich rangen im Laufe der Geschichte wiederholt um den Besitz, und allein im 20. Jh. gehörte Pula zur österreichisch-ungarischen Monarchie, dann zu Italien, wurde von den Deutschen befreit und stand bis zur Übergabe an Jugoslawien unter amerikanisch-britischer Oberhoheit.
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