Gegen 21.00 Uhr fing es sehr heftig an zu regnen, so daß wir uns in unser Zelt verkrochen. Der Regen wechselte sich mit starken Windböen ab, in der Nacht haben wir kaum ein Auge zugemacht. Um 6.30 Uhr hörte dann endlich der Regen auf. Wir packten unsere Sachen zusammen und fuhren ohne Frühstück in den Nationalpark hinein. Die Fahrt zum Nationalpark war sehr abwechslungsreich, die Strassen waren jedoch schlammig. In den Senken sammelte sich Wasser und wir wurden ausgebremst. Es war jedoch eine tolle Erfahrung einmal auf solchen Wegen zu fahren.
In knapp zwei Stunden erreichten wir den Eingang des Moremi Nationalpark. Der Tacho zeigte 95 Tageskilometer. Nun sind es noch weitere 30 km bis zum Xakanaxa Camp. Um 11.00 Uhr hatten wir dann das Camp gefunden und machten erst einmal eine Kaffeepause. Das Camp ist absolut traumhaft gelegen, sehr zentral und wenig besucht.
Nach der Pause machten wir uns auf zu unserer ersten Pirsch. Es ist fast unmöglich die Orientierung nicht zu verlieren. Nach ca. drei Stunden vergeblicher Suche nach Löwen kehrten wir zum Camp zurück.
Wieder stehen wir noch vor Sonnenaufgang auf, wir wollen Löwen sehen. Tags zuvor hatten wir ein italienisches Ehepaar kennengelernt und uns mit ihnen zum Gamedrive verabredet. Eine Pirsch mit zwei Fahrzeugen ist immer besser als alleine. Wir fühlten uns auch sicherer als am Vortag. Ausserdem mußten wir durch tiefes Wasser, da hatte sogar der erfahrene Italiener Sorge, daß er stecken bleibt!! Immer weiter Richtung Norden fahren wir in den Gamepark hinein. In diesem Gebiet gab es einige große Wasserlöcher, die wir durchqueren mußten. Zum Glück war der Sommer bis zu diesem Tag relativ trocken, sonst hätten wir ein Boot benötigt.
Unsere Fahrt führte uns einige Stunden kreuz und quer durch die Steppe. Nach einiger Zeit wußten wir nicht mehr wo wir uns befanden. Aufgrund der gefahrenen Geschwindigkeit konnten wir uns noch nicht so weit vom Camp entfernt haben. Wenn man allerdings die Orientierung verloren hat wird es höchste Zeit umzukehren. Wir waren also an einem Punkt angelangt, an dem wir uns auf die beiden Italiener verlassen mußten, da wir kein GPS-Gerät dabei hatten. Unsere " Sparsamkeit" ärgerte uns nun dermaßen, daß wir fast die schöne Landschaft um uns herum vergaßen. Zum Glück war auf unsere Reisegefährten Verlaß und es wurde ein sehr schöner Ausflug, aber diesen Fehler werden wir sicher nicht noch einmal machen.
Am Nachmittag machten wir uns dann noch einmal alleine auf den Weg. Irgendwann kamen wir dann zur Third Bridge. Diese Brücke wurde aus Holz errichtet. Wenn man mit dem schweren Auto darüber fährt schwankt die Brücke und die Bohlen springen, weil sie einfach nur aufgelegt wurden.
Direkt hinter der Brücke befindet sich das Third Bridge Camp. Dieses Camp ist bei weitem nicht so schön gelegen wie die anderen Camps, außerdem sind die sanitären Einrichtungen, genau wie im South Camp, sehr schlecht.
Im dritten Bild auf dieser Seite sieht man den Heißwassertank für die Dusche im Third Bridge Camp. Alle Tanks sehen ähnlich aus. Wer heiß duschen möchte muß zunächst Feuer machen, was sich als gar nicht so leicht herausgestellt hat. Auf der einen Seite des Tanks wird das kalte Wasser eingefüllt und auf der anderen Seite zur Dusche geleitet, das Wasser wird kochend heiß...
Am Tage fuhren wir kreuz und quer durch den Gamepark. Irgendwann gelangten wir dann zur Fourth Bridge die man entweder überfahren oder umfahren konnte. Immer wieder kreuzten große und kleine Tiere unseren Weg....
Am letzten Tag unseres Besuches im Moremi Game Park übernachteten wir im North Camp. Dieses Camp ist genau so schön gelegen wie das Xakanaxa Camp. Es ist nur wenige Meter vom North Gate entfernt und liegt direkt an einem Fluß. In der Nacht hatten wir Besuch von einem Flusspferd, es stand nur einen Meter von Auto entfernt und graste bevor es wieder in den Fluss ging.
Copyright Martin Prange
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