Karijini Nationalpark (Hamersley Range National Park)

Auf der Strecke zwischen Exmouth und Karratha sahen wir weitere vier Emus am Straßenrand stehen, ansonsten gab es nichts weiter zu sehen, da die Landschaft wenig Abwechslung bot. Als wir nach einiger Zeit an einem Roadhouse anhielten um etwas zu essen, trafen wir einen Radfahrer aus Berlin, der uns erzählte, er wolle in ca. 5 Monaten Australien umrunden. Dazu mußte er täglich mindestens 70 Kilometer zurücklegen. Er schaffte aber zwischen 150 oder gar 250 Kilometer täglich solange er keinen Gegenwind hatte.

Bilder vom Karijini National Park

So hatte er immer mal wieder genügend Zeit für einen Aufenthalt in einer besonders schönen Gegend. Wir fuhren also nach dieser kurzen Unterhaltung weiter nach Karratha.

Ein kurzer Aufenthalt in Karratha war nötig um zumindest unsere Lebensmittelvorräte aufzufüllen. Gern hätten wir hier noch eine Tour zu den größten Eisenerzvorkommen der Welt gebucht, aber die Zeit reichte hierzu leider nicht, da Führungen nur vormittags angeboten werden. Die Fahrt zum Karijini Nationalpark führte uns durch die traumhafte Landschaft der Hamersley Range. Wir hielten zwischendurch an einem Rastplatz um endlich einen Roadtrain mit vier Anhängern zu fotografieren.

Unseren nächsten Stop machten wir am Auski Roadhouse. Hier zweigt die Straße nach Wittenoom ab. Der Ort ist aufgrund seiner Asbestminen bekannt geworden. Wir kauften nur schnell drei Postkarten und fuhren sofort weiter, da wir die berühmte Wittenoom Gorge mit ihren leuchtend roten Schluchten noch bei Tageslicht sehen wollten. Die Entfernung betrug circa 60 Kilometer. Nach den ersten 30 Kilometern hörte der Asphaltbelag auf und eine geschotterte Straße begann.

Nach weiteren 10 Kilometern war von der Straße nichts mehr zu sehen. Sie war von den Regenfällen der vergangenen Tage weggespült worden. Kurz vor der Stadt kam ein Hinweisschild, wonach es dort Lebensmittel und Übernachtungsmöglichkeiten gab. Das Einzige was es nicht gab, für uns aber besonders wichtig war, war Benzin. Wir hatten weniger als 20 Liter Benzin im Tank - und das bei einem Verbrauch von 13 Litern auf 100 Kilometern.

Wir fuhren also ein kurzes Stück in die Schlucht hinein und mußten an drei Stellen einen kleinen Fluß durchqueren. Die vierte Durchquerung wurde uns leider unmöglich gemacht, da an dieser Stelle das Wasser circa 50 Zentimeter tief war, zu tief für unseren einfachen Camper.

Wir erreichten das Roadhouse mit den letzten 6 Litern Benzin im Tank. Silvia fiel ein Stein vom Herz, sie sah uns nämlich schon zur Tankstelle laufen. Nachdem wir vollgetankt hatten erkundeten wir erneut die Gegend und kehrten kurz vor Sonnenuntergang zum dritten Mal zum Roadhouse zurück. Hier übernachteten wir auf dem dort angegliederten Campingplatz.

Information:

Der Hamersley Range National Park (in der Sprache der Aborigines Karijini National Park genannt) befindet sich etwa 80 km östlich von Tom Price und ist mit einer Fläche von 617.000 ha einer der größten National Parks in Westaustralien. Im laufe von Jahrmillionen entstanden in den Hamersley Range durch Erosion tiefe Schluchten. Die spektakulärsten erstrecken sich im Norden der faszinierenden Gebirgslandschaft.

Über eine durch den Yampire Gorge führende Piste erreicht man die meisten landschaftlichen Highlights des Parks. Die Fortescue Falls in der Dales Gorge, versiegen auch im heißen Sommer nicht, weil sie von einem Grundwasserstrom gespeist werden reizvoll ist die Szenerie an dem von ihm gefüllten Circular Pool. Die Kalamina Gorge, westlich von Yampire Gorge, ist leicht begehbar. Einige tiefe Wasserstellen umgibt dichtes Grün. Die Wittenom Gorge, südlich der gleichnamigen Ortschaft, bietet herrliche Wasserstellen zum Schwimmen, unter schattigen Bäumen und steile Klippen. Nicht entgehen lassen sollte man sich den Blick vom Oxer Lookout, bei dem die Joffre Gorge, Red Gorge, Hancock Gorge und Weano Gorge zusammentreffen.

 

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Update: 21.10.2008, 17.53 © Martin & Silvia Prange Optimale Auflösung: 1024 X 768 Pixel