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Flug entlang des Himalaja

Yeti AirlinesDieser Tag beginnt außerordentlich früh. Unser Flug entlang des Himalaja startete schon um 7:00 Uhr. Der Bus benötigt 30 Minuten vom Hotel zum Flughafen. Da die Sicherheitsvorschriften wie an jedem Flughafen der Welt beachtet werden müssen wurden wir schon um 5:00 Uhr geweckt. Ein kurzes Frühstück und ab in den Bus. Sogar Silvia mit ihrer Flugangst musste ich nicht überreden diesen Flug mitzumachen. Der Inlandsflughafen nimmt nur ein kleiner Teil des gesamten Flughafen von Kathmandu ein.

Da wir ja ohne Gepäck unterwegs waren wurden wir bevorzugt behandelt und der Flug konnte ohne Verzögerung starten.

Das Wetter spielte mit und ein wolkenloser Himmel gab den Blick auf viele Achttausender frei. Nach 30 Minuten Flugzeit kehrte der Pilot um, so dass die anderen Passagiere auch noch einen tollen Blick auf die Berge erhalten konnten. Da das Wetter urplötzlich über Kathmandu nicht mehr mitspielte konnten wir dort erst einmal nicht landen. Wir flogen weiter nach Pokahara und hatten dort erstmal 1 Stunde Aufenthalt, bis wir wieder das Flugzeug besteigen konnten gab es Tee und Kaffee gratis. Silvia hatte vom Fliegen erstmal die Nase gestrichen voll und wollte nicht in das Flugzeug einsteigen sondern mit dem Bus fahren, dieses konnten wir ihr dann aber ausreden und die sah ein, dass der Weg viel zu weit war. Wieder konnten wir für fast 50 Minuten Nepal aus der Luft bestaunen. Mit zweistündiger Verspätung landeten wir endlich in Kathmandu, wo drei unserer Mitreisenden schon sehnsüchtig auf uns warteten.

Nun konnte die Rundreise wieder weiter gehen zu dem am rechten Ufer des Bagmati-Flusses gelegenen wichtigsten Hindu-Heiligtums des Tales: nach Pashupatinath.

Hier treffen wir auf unsere ersten heiligen Sadus. Die vier Männer sitzen teilweise fast unbekleidet da, rauchen, meditieren und vertreiben sich die Zeit mit Yoga. Unser Reiseleiter übersetzte unsere Fragen und ihre Antworten und sie ließen sich fotografieren. Aus der Ferne konnten wir teilweise eine Verbrennungzeremonie beobachten. Die Männer in weißen Gewänder waschen sich in dem furchtbar dreckigen Wasser des Bagmati. Dieser fließt direkt in den Ganges und ein Bad in seinen Fluten gilt als heilbringend.

Ausserdem kann die Seele der Leiche die nebenan in das Wasser gelegt wurde eine Chance erhalten nicht wiedergeboren zu werden. Professionelle Scheiterhaufenbetreiber überwachen das Feuer, so dass die Leiche garantiert eingeäschert wird. Reich geschmückte Scheiterhaufen warten auf die Leiche, der Anblick ist für uns fast unglaublich, jedoch sehr interessant. Wie überall Die Leiche wird erst zum Fluß getragenin Nepal und Indien wird auch hier gebettelt, doch hier warten die wirklich kranken auf milde Gaben. Die Krankheit Lepra ist mir hier zu erstmal zu Gesicht gekommen, wer da nichts von seinem "Reichtum" abgibt dem ist wohl nicht mehr zu helfen. In dem Tempel spielt sich jedoch das ganze Leben ab, kleine Kinder, weibliche und männliche Mönche sind hier ebenso zu finden wie Männer die sich im Tempel zu einem Brettspiel verabreden. Auch zahlreiche Tiere findet man hier, allen voran die Rinder.

Obwohl das Tempelinnere von Nicht-Hindus nicht betreten werden darf, ist es unendlich interessant, das Treiben der Pilger und Saddhus vor dem Tempel zu beobachten.

Auf den Punkt gebracht befinden sich hier die wichtigsten Toten-Verbrennungstätten Nepals.

Nun fahren wir in das 16 km östlich von Kathmandu gelegene Bhaktapur. In den letzten Jahren wurde die Stadt bestens restauriert. Am Durbar-Square erwartet uns das Goldene Tor, das aus dem Jahr 1753 stammt und wohl die schönste Metall-Treibarbeit in ganz Nepal ist. Davor, wie in Kathmandu und Patan, die Bild-Stele des Erbauers und rund herum die zahllosen Tempel und Wohnbauten, die das Land so berühmt gemacht haben. Bei unserem Stadtspaziergang besuchen wir unter anderem das alte Priesterhaus Pujahari Math, mit dem berühmten Pfauenfenster, sowie die fünfstöckige Nyatapola-Pagode auf dem Tempelplatz Taumadhi. Und dazwischen buntes Volksleben, Töpfer bei der Arbeit, Bauern, die ihre Ernte zum Trocknen auslegen, Frauen, die ihre Wäsche waschen. Die anschließende Fahrt zu der großen Stupa von Bodhnath ist sehr kurzweilig. Neben Swayambhunath ist Bodhnath das älteste buddhistische Heiligtum Nepals. Der große weiße Stupa rühmt sich, der höchste Stupa der Welt zu sein. Ein dreifacher Ring von Wohn- und Klosterbauten umgibt den Stupa und symbolisiert den Kreislauf der Wiedergeburten. Hier finden wir vor allem Pilger aus Tibet, die den weiten Weg über die Berge zu Fuß gekommen sind, um dem Heiligtum ihre Referenz zu erweisen.

Ein wichtiger Tag für die MädchenGegen 14:00 Uhr erreichen wir auf einem wunderschön gelegenen Platz unser Restaurant, von einem der oberen Stockwerke haben wir wieder mal einen tollen Blick über die Stadt.

Nach der Mittagspause entdecken wir in einer kleinen Seitengasse eine große Gesellschaft. Wir erleben eine Hochzeitszeremonie mit vielen kleinen Mädchen.

Eine besorgte Mutter... Die alte Tradition der Nepalesen und Inder sieht vor, dass die Frauen beim Tod ihres Ehemannes zusammen mit ihm verbrannt werden. Da die Tradition der Witwenverbrennung heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist, kam man vor einigen Jahren auf die Idee, die jungen Mädchen bereits lange vor dem heiratsfähigen Alter symbolisch mit einem Gott zu verheiraten. Bei dieser Hochzeitszeremonie werden die Mädchen bereits im Alter von etwa 5 - 7 Jahren mit einem Gott verheiratet. Für den Fall, dass ihr späterer Ehemann dann vor ihnen stirbt entgehen die Frauen so der Witwenverbrennung, da sie noch mit einem Gott verheiratet sind.

Allerdings ist das Leben der Witwen nach dem Tod des Ehemannes nicht einfach, da den Frauen sämtlicher Besitz genommen wird und sie damit oftmals auch kein Dach mehr über dem Kopf haben.

Bekannt ist Bhaktapur wegen seiner Tonwaren. In der Kastenhierarchie gehören die Töpfer zur unteren Mittelschicht. Das Handwerk wird vom Vater auf den Sohn weitergegeben. Nach der Ernte wird auf den Reisfeldern der Ton gewonnen. Der Töpfer benötigt weiße, rote und schwarze Erde. Die gesammelten Erden werden im Erdgeschoss des Hauses aufbewahrt. Wird Lehm benötigt, knetet ihn der Töpfer mit den Füßen auf dem Boden. Mit Wasser und Sand mischt er solange, bis die gewünschte Konsistenz erreicht wird. Um Tonwaren herzustellen werden zwei Techniken angewandt, die Bearbeitung auf der Töpferscheibe oder mit dem Modellierhammer.

 

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Update: 27.12.2008, 18.54 © Martin & Silvia Prange
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