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Zur Mittagspause wurden wir in ein
einfaches aber vorzügliches Restaurant am
Fluss gefahren.
Wir bemerkten das unsere Begleiter nichts
aßen, und wollten sie einladen. Doch sie
wollten zu Hause essen und warteten nur
darauf, dass wir fertig gegessen hatten. Das
wollten wir jedoch nicht und machten ihnen
verständlich, dass wir auch zum Hotel laufen können.
Nach langen Verhandlungen und Ermahnungen ihrerseits
nicht die Hauptstrassen zu verlassen
konnten wir sie überreden nicht auf uns
zu warten. Wir hatten jedoch das Gefühl
das sie uns nicht gerne laufen lassen wollten,
da es viel zu gefährlich sei. Wir benötigten
nach unserer Mittagspause immerhin fast zwei Stunden
bis wir unser Hotel erreichten. Auf dem
Weg begegneten wir nur wenigen Menschen,
denn kaum ein Mensch war in der Mittagshitze
unterwegs. Wir besichtigten das
Unabhängigkeits-Monument
und einige andere schöne Plätze. Viel jedoch
kann man in zwei Stunden nicht sehen, außerdem
war die Hitze unerträglich.
Am Nachmittag fuhren wir dann gemeinsam
mit unserer Reiseleiterin zu dem
Touristen Markt auf man viele Souvenirs
kaufen kann. Das ist jedoch nichts für uns.
Wir genießen es allerdings, einige der
wenigen Touristen unter den Einheimischen zu
sein. Da der Markt ziemlich weit außerhalb
des Stadtzentrums liegt, verirren sich nicht
viele Touristen hier hin. Alleine hätten
wir ihn wahrscheinlich gar nicht gefunden.
Anschließend fahren wir zum Tuol Sleng
Genozid-Museum, eine Gedenkstätte für die
Opfer des Pol Pot Regimes. Die ehemaligen
Schulgebäude wurden im Jahre 1975 in ein
Gefängnis des Staatssicherheitsdienstes
umgewandelt. Pol Pot ließ hier seinerzeit
seine Regimegegner foltern und ermorden. Das
eingetrocknete Blut
an den Wänden und auf den Fußböden zeugt von den
schlimmen Verbrechen die hier begangen wurden.
In einigen Räumen werden Fotos der Opfer
sowie die Art und Weise der Folter und
Hinrichtung gezeigt. Bis zum Jahr 1977
wurden laut Aufzeichnen bis zu 100 Personen
täglich ins Gefängnis gebracht. Im Jahr
1979 hatte das Grauen endlich ein Ende, es
konnten allerdings nur noch sieben Menschen
befreit werden. Die seinerzeitigen Zustände
im Gefängnis werden ebenfalls in einem Film
dokumentiert, der stündlich gezeigt wird.
Beim Verlassen des Museums warten am Ausgang
wieder viele Bettler, unser
Fahrzeug ist Gott sei Dank nicht weit. Wir
flüchten, solche Armut haben wir uns hier
nicht vorgestellt.
Eine
weitere Gedenkstätte für die Opfer des Pol
Pot Regimes sind die Killing Fields, das
ehemalige Vernichtungslager. Die Killing
Fields befinden sich ca. 20 km außerhalb der
Stadt. Wir fahren sehr langsam, erst über
schlechte Strassen, dann über Feldwege,
immer wieder gilt es den riesigen Schlaglöchern
auszuweichen. Die Strassen außerhalb der Städte
sind in einem fürchterlichen Zustand. Auch
sonst scheint die
Zeit scheint hier still zu stehen. Die
Menschen hausen in Holzhütten, die Kinder haben nichts
anzuziehen und spielen nackt in der prallen
Sonne, für uns beängstigende und traurig
stimmende Eindrücke. Nach ca. einer 3/4
Stunde erreichen wir die Killing Fields.
Mindestens 17.000 Menschen haben hier den
Tod gefunden, erschlagen mit Knüppeln und
Gewehrkolben um Munition zu sparen. Ein
Turm mit vielen Skeletten und Totenköpfen
im Innern empfängt uns. Auf dem gesamten
Gelände gibt es insgesamt 129
Massengräber, von denen bisher 43 geöffnet
wurden. Die Stellen an denen die
Massengräber ausgehoben wurden kann man
noch gut erkennen, aber langsam wächst nun „Gras über
die Sache“. Damit das Grauen allerdings
nicht in Vergessenheit gerät, finden
jährlich am 9. Mai, dem Tag des
Völkermordes Gedenkfeiern statt.
Gegen 17.00 Uhr erreichen wir wieder das
Stadtzentrum. Wir fragen unsere
Reiseleitung, ob sie uns noch ein anderes
gutes Restaurant für das Abendessen
empfehlen kann. Daraufhin fahren wir noch einmal
zum Fluss.
Hier verbringen wir den Abend in einem
netten kleinen Restaurant, in dem selbst der
Koch Zeit hat, mit uns zu plaudern. Unsere Reiseleiterin
rät uns dringend davon ab abends mit einem Motorradtaxi
zum Hotel zurück zu fahren oder gar zu Fuß
zu gehen.
Wir gehorchen und bestellen uns ein Tuc Tuc,
das uns für 3 US
$ zum Hotel zurück bringt.
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