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Tokyo / Kamakura

Die Zugfahrt von Takamatsu nach Tokyo dauerte den halben Tag. Erst um 14:00 Uhr waren wir in Tokyo. Von dort fuhren wir mit dem Zug weiter in den Stadtteil Ginsa. Dort gibt es eine tolle Einkaufsstrasse, alle Firmen von Rang und Namen findet man hier. Selbst Sony hat hier ein 6-stöckiges Haus, wo die neuesten Produkte ausgestellt werden. Hier erfahren wir, dass nicht alle Sony-Produkte Japan verlassen. Ich habe ein kleines Notebook gefunden, welches ich gerne mit deutscher Software kaufen würde. Dieses Notebook wird auch in anderen Farben als das übliche Einheitsgrau angeboten, jedoch erfahre ich, dass nur das graue in Deutschland angeboten wird.

Als die Geschäfte langsam schließen fahren wir den Stadtteil Ueno. Hier gibt es unendlich viele Bars, Kneipen, Restaurants und Spielhöllen. Hier bleiben wir sehr lange und sehen uns das Treiben in den Straßen und in den Bars an. Natürlich besuchen wir auch einige der berüchtigten Spielhöllen, hier herrscht ein unglaublicher Lärm. Silvia will sofort wieder gehen, doch ich muß mir das Treiben mal ansehen. Die Spieler sitzen vor dem Spielautomat und werfen unzählige Kugeln hinein. Sie versuchen mit dem Wurf noch viel mehr Kugeln zu gewinnen. Ohne Pause werden die Automaten bedient. Einige der Spielhöllen gehen über mehrere Stockwerke. Ich habe bis zu 8 Stockwerke gezählt. Fast immer kommt man ohne Eintritt hinein, nur einmal verlangte man von uns umgerechnet ca. 5,-- € und die Pässe. Das war uns zuviel Aufwand. Wir gingen wieder und ließen eine verstörte Promoterin zurück...Grosser Buddha

Am nächsten Morgen stehen wir trotzdem sehr früh auf. Wir wollen uns den Fischgroßmarkt anschauen. Die Fahrt von Shinagawa zum Hafen dauert nur wenige Minuten. Um 5:30 Uhr ist kaum jemand unterwegs den wir nach dem Weg fragen können. Natürlich laufen wir in die falsche Richtung. Schon nach 15 Minuten bemerken wir unseren Irrtum und kehren zum Bahnhof zurück. Dort stehen an einer Bushaltestelle Leute mit Bastkörben, im selben Moment kommt der Bus angefahren und wir gelangen doch noch zum Markt. Leider ist die Versteigerung schon beendet und wir bekommen nur noch die Verladung der großen Thunfische mit, aber auch das ist schon ein Erlebnis. Die tiefgefrorenen Tunfische liegen auf dem Boden und sind mit bunten Bändern markiert. Der neue Eigentümer bewacht den Abtransport. Da wir wieder einmal die einzigen Europäer sind fallen wir natürlich auf, doch in der Hektik lässt man uns gewähren und wir können überall hingehen.

 

Den restlichen Tag verbringen wir in Kamakura. Diese Stadt liegt direkt am Meer, umgeben von kleinen Bergen. Ein Wanderweg führt durch die Wälder auf die Berge zu vielen teilweise versteckt liegenden Tempeln und Parkanlagen. Wir erkundigen uns am Bahnhof nach einem Stadtplan und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Kotokuin-Tempel um uns den sitzenden Buddha anzusehen. Der große Buddha von Kamakura ist die zweitgrößte Statue in Japan. Der Buddha ist 11,40m hoch und aus Bronze hergestellt. Falls wir noch einmal nach Japan kommen, ist diese Stadt noch einmal ein Ziel auf unserer Liste. Hier lohnt es sich durchaus ein paar Tage zu verbringen.

Am nächsten Morgen sollte unser Abflug pünktlich um 9:55 Uhr erfolgen. Doch bis wir erst mal im Flugzeug sitzen konnten erlebten wir einen Krimi.

Der Narita-Express hatte eine Panne, irgendein Signal konnte nicht geschaltet werden. Wir also raus aus dem Zug, vorher jedoch hatte ich das Glück einen Einheimischen anzusprechen. Da er die japanischen Durchsagen verstanden hatte konnte er uns Auskunft darüber geben, dass der Zug nicht weiter fahren würde und welche Möglichkeiten es gab hoffentlich trotzdem pünktlich zum Flughafen zu gelangen. Mit seiner Hilfe erreichten wir den Flughafen 55 Minuten vor dem Abflug. Die Zollbeamten waren sehr bemüht damit wir den Abflug nicht verpassen. Da wir keine Zeit mehr hatten unsere Flugscheine auszudrucken hetzten wir sofort mit unserem Gepäck zum Check-In-Schalter. Dort begnügte man sich ausnahmsweise nur mit den Reisepässen, da schon bekannt war, dass der Narita-Express einen Defekt hatte. Mit dem Final Call erreichten wir das Gate und betraten als letzte Fluggäste das Flugzeug.

Erst jetzt konnten wir wieder lächeln...

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Update 09.01.2011, 17.32 © Martin & Silvia Prange Optimale Auflösung: 1024 X 768 Pixel