Als Erstes unternehmen wir frühmorgens eine Bootsfahrt auf dem Ganges. Um diese Zeit nehmen Hunderte von Pilgern aus ganz Indien ihr rituelles Bad. Entlang einer großartigen Kulisse ehemaliger Maharadscha-Paläste fahren wir zu den Verbrennungsplätzen, wo Tag und Nacht die Scheiterhaufen lodern.
Varanasi gilt als Stadt des Gottes Shiva Vishwanat ("Oberster Herr der Welt") und als eine der heiligsten Stätten des Hinduismus. Vom Boot aus beobachten wir die Waschungen der Gläubigen am frühen Morgen, die für die Hindus zum täglichen Ritual gehören. Für uns ist es kaum vorstellbar, sich bei diesen Temperaturen im Freien zu waschen.
Ziel eines jeden streng gläubigen Hindus ist es, zumindest einmal in seinem Leben ein Bad in dem heiligen Fluss Ganges zu nehmen, um sich von seinen Sünden rein zu waschen. Noch besser wäre es seinen Lebensabend in der Nähe des Flusses zu verbringen um dort zu sterben und anschließend verbrannt zu werden. Zu diesem Zweck findet man entlang des Flusses kilometerlange stufenartige Uferbefestigungen, die Ghats, an denen auf der einen Seite die Gläubigen im Wasser des für sie heiligen Flusses baden und wenige Meter weiter die Leichen der Verstorbenen verbrannt werden. Die Asche streut man anschließend ins Wasser.
Nach der Bootsfahrt spazieren wir durch die engen Gassen der Altstadt, durch die sich Scharen heiliger Männer, Bettler, Pilger, Händler und nicht zu vergessen heilige Kühe drängen, die überall anzutreffen sind.
Das Leben spielt sich wie fast überall in Asien immer auf der Straße ab. Die heiligen Rinder fressen fast alles, auch die überall herumliegenden Plastiktüten. Frauen sammeln die Kuhfladen auf um daraus Brennmaterial zu formen und in der Sonne zu trocknen. Affen, Ziegen alles bevölkert hier die engen Gassen in vielen Häusern gibt es immer noch keine funktionierenden sanitären Anlagen, so dass die Menschen es den Tieren gleich machen.
Die anschließende Rikschafahrt durch Varanasi zum Hotel zurück war ein einzigartiges Erlebnis. Die Straßen sind völlig überfüllt jeder kämpft für ein Stück Strasse. Hier wird jedem die Rangordnung im Verkehr bewusst. Der Stärkere hat Vorrang und das ist eben der Größte Bus/LKW, danach kommen die PKW's, das Motorrad, dann die Rikscha bzw. das Fahrrad und ganz zum Schluß der Fußgänger. Man sieht also, dass wir in unserer Rikscha sehr wenig Rechte besitzen, jedoch kommen wir heil an und es hat obendrein sehr viel Spaß gemacht.
Am nächsten Tag steuern wir unser nächstes Ziel an. Es ist das Buddhaheiligtum von Sarnath.
Hier, wo Buddha zum ersten Mal gepredigt hat, förderten Ausgrabungen zahlreiche Tempel- und Klosterreste zutage. Wir besuchen das kleine Museum, wo eine Original-Steinskulptur des weltberühmten "Buddha von Sarnath" zu sehen ist.