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Jaipur

Die Fahrt am nächsten Vormittag nach Jaipur, für mich eine der schönsten Städte im Norden Indiens, verläuft recht kurzweilig. Die weitere Reise führt durch Gebiete, die zum Großteil nur mit künstlicher Bewässerung bebaut werden können. Gegen Abend erreichen wir das rosenrote Jaipur, die Hauptstadt der Provinz Rajasthan und eine der farbenprächtigsten Städte Indiens. Wieder übernachten wir sehr weit außerhalb der Stadt, hier verirrt sich kein Taxi oder Tuc Tuc hin, so dass wir wieder gezwungen sind den Abend am Rotel zu verbringen.

Das Hotel stellt ein renovierungsbedürftiges Ferienhotel dar. Mit einigen großen Schwimmbecken inkl. großen Rutschen, einer kleiner Bimmelbahn, Autoscooter und einigen weiteren elektronischen Spielen für Kinder bietet das Hotel nur wenig. Wir trinken ein Bier und gehen ins Bett.

Früh am Morgen fahren wir nach Amber, der alten Hauptstadt des ehemaligen Fürstentums. Der Palast, der heute Staatsbesitz ist, liegt auf halber Bergeshöhe. Der Aufstieg zu den großartigen Palastbauten ist schon ein Ereignis, außerdem besteht die Möglichkeit, auf eigene Faust, mit Elefanten dorthin zu reiten.

Spektakulär ist bereits der erste Anblick, wenn sich die riesige Burg in den Wassern des zu den Füßen gelegenen kleinen Sees spiegelt. Zuerst durchqueren wir den Mogul-Garten um dann über einen steil gewundenen Kopfsteinpflasterweg, der auch von den Elefanten benutzt wird, zu den großartigen Palastbauten zu gelangen. Da wir wieder mal sehr früh unterwegs sind haben wir den Vorteil, dass noch nicht so viele Touristen unterwegs sind.

Der Platz ist noch nicht so überfüllt wie er es zwei Stunden später sein wird. Es warten noch viele Elefanten auf ihre Kundschaft um diese zum Palast zu bringen. Wir verzichten darauf und gehen zu Fuß, da die Elefanten zu viele Menschen und Lasten an einem Tag tragen müssen. Dies ist aufgrund des Kopfsteinpflasters auch eher eine Qual für die Tiere. Nach eingehender Besichtigung der Anlage fahren wir zurück nach Jaipur.

Nach einer kurzen Mittagspause besuchen wir Gaitor, den Verbrennungsplatz der Maharadschas von Jaipur, mit seinen herrlichen Marmor-Chattries.

Der Besuch einer Teppichknüpferei ist recht nett, hier bekommt Silvia Nachhilfe in Teppichknüpfen. Unter fachmännischer Hilfe darf sie einige Fäden in einen Teppich einfügen. Die weiteren Arbeitsschritte wurden erklärt und anschließend wurden wir in den Ausstellungsraum geführt um uns dort die fertigen Teppiche anzuschauen. Daraus wurde ein Verkaufsgespräch bei Tee und Gebäck. Die Verkäufer geben sich jegliche Mühe uns einen Teppich zu verkaufen, doch von unserer Seite besteht kein Bedarf.

Den restlichen Tag verbringen wir in Jaipur.

 

Am nächsten Morgen besuchen wir zunächst die Schlucht von Galta die stufenförmig mit vielen kleinen Tempeln und Teichen aufgefüllt wurde. Hoch oberhalb der Schlucht findet man den Tempel zu Ehren des Sonnengottes Surya, der über einen ca. 2 km langen steilen Anstieg, vorbei an unzähligen Tempelaffen, zu erreichen ist. Dieser sehr schöne und ruhige Ort wird leider durch die Tempelaffen sehr verunreinigt.

Der anschließende Besuch der Gärten des Sisodia-Rani-Palastes ist recht langweilig. Bei der Rückkehr in die Stadt besichtigen wir den Stadtpalast, eine ausgedehnte Schlossanlage, die sich noch immer im Privatbesitz des Maharadschas von Jaipur befindet und ihm als Wohnsitz dient. Das ist schon eher was für mich. Der Besuch der zahlreichen Sammlungen, in denen neben Textilien und Waffen auch Miniaturen und Seidenbilder gezeigt werden ist leider sehr überfüllt. Die vier wunderschönen reich verzierten Tore symbolisieren die vier Jahreszeiten und befinden sich im sogenannten Pfauenhof in der Nähe der Audienzhalle.

 

Der Besuch des Jantar Mantar, dem Observatorium, das bereits vor 250 Jahren angelegt wurde und dessen Berechnungen, von geringen Abweichungen abgesehen, heute immer noch stimmen ist einer der Höhepunkte des Tages. Unser deutschsprachiger Führer ist ein Meister seines Faches und erklärt uns mit voller Hingabe das Freilichtmuseum.

Die mit gelblichem Gips überzogenen Dreiecke, Kreise und Säulen aus Ziegelstein, die das Observatorium des Hobbyastronomen Jai Singh II. bilden, stehen im südlichen Hof des Palastkomplexes. Insgesamt wurden 18 Messinstrumente errichtet die der Herrscher selbst entworfen hat. Mit ihnen lassen sich die Position und Bewegung von Sternen und Planeten bestimmen, die Zeit ablesen und sogar Voraussagen über die Intensität des Monsuns treffen.

Die Freizeit in der Stadt ist dann fast das Beste was uns hier passieren konnte. Wir streifen durch die Stadt immer auf der Suche nach tollen Fotomotiven die auch unablässig auf uns einprasseln. Wir besteigen einige Dächer und fotografieren die Straßen, Geschäfte und Menschen der Stadt.

 

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Update: 03.10.2009, 17.00 © Martin & Silvia Prange
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