Die Schluchten des Yangtze
Nach einer ruhigen Nacht, wir sind nicht die Nacht durchgefahren, fahren wir mit dem Schiff nur ein kurzes Zück. An diesem Tag so gegen 9:00 Uhr durchfahren wir bei strömenden Regen die erste Schlucht Qutang. Der Yangze ist hier unglaublich wild, der Steuermann hat Mühe das Schiff auf Kurs zu halten. Nun geht es schnell und wir sind schon durch die erste Schlucht, gefolgt von einigen weiteren Passagierschiffen

Nach weiteren 2 Stunden durchfahren wir die zweite Schlucht Wuxia, wieder regnet es in Strömen, wir gehen trotzdem raus und werden so richtig naß. Aber egal, es ist für uns das letzte Mal, daß wir den Yangze in dieser Form sehen werden, der Staudamm ist nicht mehr weit und bald fertig.
Die Berge werden vom Nebel eingehüllt, trotz des Regens fotografiere ich wie verrückt, und bin begeistert.
Dann ankert das Schiff, wer will kann einen Ausflug machen. Dazu muß man auf ein kleineres Schiff umsteigen, da das Wasser hier sehr flach ist. Wir werden zum Ufer gebracht und müssen noch einmal umsteigen, diesmal besteigen wir kleine Ruderboote. Wir unternehmen mit kleinen Ruderbooten eine Tour in einen Seitenarm des Yangtze. Die Felsen sind hier bis zu 800 m hoch. Bei strömenden Regen sitzen wir unter einer Plane, unsere Ruderer jedoch bringen uns völlig durchnässt immer weiter in die Schlucht.
Die Bootstour dauert etwa 2 Stunden, auf dem Rückweg fangen unsere Ruderer an zu singen. Von der Anstrengung merkt man ihnen nichts an.
Nachdem wir dann auch die dritte Schlucht Xiling durchfahren haben ist der Weg zum Staudammprojekt nicht mehr weit. Die Baustelle ist noch gigantischer als wir es uns vorgestellt haben. Kurz hinter dem Damm legen wir an und fahren mit dem Bus schnell zur Aussichtsplattform. Es ist schon 17:00 Uhr und gegen 18:30 Uhr ist es dunkel. Nichts wie rauf auf den Berg, damit wir die Baustelle noch bei Tageslicht sehen.
An der offiziellen Information bekommen wir einen Überblick über das Projekt anhand eines Modells. Danach erhalten wir Gelegenheit die Baustelle zu besichtigen. Dafür gibt es nur einen Ausdruck "gigantisch"! Hoffentlich geht das gut, viele Wissenschaftler befürchten genau das Gegenteil.

Hier also das Modell des Staudamms. Links oben, der "kleine" Fahrstuhl für die kleinen Schiffe. Hinter dem Berg wird das große Schiffshebewerk verdeckt, die Baustelle habe ich auf der vorherigen Seite dargestellt.
Die kleine Rinne ist der Kanal in dem die Schiffe fahren, der große ist der ursprüngliche Yangze Fluß. Die riesige Staumauer bekommt fast 20 Turbinen, sie sollen die alten Kohlekraftwerke ersetzen, da es sich nicht lohnen würde sie zu modernisieren.
Wir übernachten noch einmal an Bord des Schiffes, am nächsten Tag verabschieden sich die Stewardessen in ihren schönsten Kleidern von uns. Es war eine tolle Schiffsreise, die man gerne noch einmal wiederholen möchte.